SV Grafengehaig

Die Chronik der Sportvereins Grafengehaig

Der verlorene erste Weltkrieg war einige Jahre vorbei, Arbeitslosigkeit, Inflation prägten das Wirtschaftsleben dieser Zeit. Trotzdem werden die Jahre zwischen
1920 - 30 als „die Goldenen Zwanziger Jahre“ im Volksmund bezeichnet.

Aufbruchstimmung herrschte auch auf sportlicher Ebene, im fränkischen Raum vielleicht leicht erklärbar, denn die Hochburg Nürnberg-Fürth stellte im damaligen Jahrzehnt nicht weniger als 7 Deutsche Fußballmeister. Daß diese Fußballbegeisterung in Nordbayern wahrscheinlich die Motivation zur Gründung unseres Sportvereins, dem heutigen Jubilar war, ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Es gab zwar schon nach mündlichen Überlieferungen bereits im Jahre 1924 sportliche Aktivitäten, doch waren es gelegentliche Vergleichs-Freundschaftsspiele mit Mannschaften der Nachbargemeinden.

Der geregelte Sportbetrieb begann 1928 nach Erstellung eines Sportplatzes an der Seifersreuther Straße, der noch heute Heimat unserer Fußballer ist. Eine sportliche Blütezeit erlebte der Verein vor dem 2. Weltkrieg, als Gastspieler aus Presseck die Reihen des SVG verstärkten. Schriftliche Unterlagen aus der Zeit zwischen 1928 - 39 sind leider durch Kriegswirren verschwunden und durch den Beginn des 2. Weltkrieges kam jeglicher Sportbetrieb zwangsläufig zum Erliegen. Deshalb wurde bei der Wiedergründung am 23. Mai 1946 nach Aussagen noch lebender Aktiver das Gründungsjahr auf 1928 festgelegt. Seit dieser Zeit führt der SV das Kleeblatt in seinem Vereinswappen, sicher ein Sympathiebeweis für die Fürther Kleeblätter, die 1926 ihre 3. und letzte Deutsche Meisterschaft errangen.

Ab der Wiedergründung 1946, noch mit Genehmigung der Amerikanischen Mi­li­tärregierung, fällt es dem Chronisten leichter, den Weg des Jubilars aufzuzeigen. Höhen und Tiefen wechselten in steter Folge. Einige Höhepunkte in der Nachkriegsgeschichte müssen jedoch erwähnt werden, denn obwohl der Verein überwiegend im Breitensport und im olympischen Gedanken „Dabeisein ist alles“ den Sinn und Zweck seines Bestehens sah, gab es einige markante Punkte und Daten, die noch heute aktiven wie passiven Mitgliedern in lebhafter Erinnerung sind und bleiben.

Die Fahne des SVGDer Erringung der ersten Meisterschaft 1952/53 in der C-Klasse Stadtsteinach folgte ein Jahr später die Vizemeisterschaft in der B-Klasse Kulmbach.

Das Sportfest 1954 mit dem Spitzenspiel 1. FC Nürnberg Komb. gegen VfB Helmbrechts (1:2) und der gleichzeitigen Anschaffung der Vereinsfahne mit Fahnenweihe sah die bis heute gültige Rekordzuschauerzahl von 2.500 begeisterten Fußballfreunden in Grafengehaig. Eine zweite Meisterschaft konnte in der Saison 1964/65 errungen werden, allerdings auch wieder nach einem Abstieg aus der B-Klasse.

Die Schüler- und Jugendarbeit im Verein konnte nur phasenweise aufrecht erhalten werden, doch bereits 1956 gab es die erste Meisterschaft der Jugend. Mit je einer Meisterschaft der Schüler- und Jugendmannschaft in den Jahren 1974 u. 1975 und einem zweiten Platz 1982 ist der SV auf diesem Sektor bescheiden geblieben. Erfreulich ist, dass seit 1991 vermehrt Jugendliche den Weg zum SVG finden. So gelang es zunächst wieder eine E-Jugend zu gründen, die nach anfänglichen Schwierigkeiten sich stets in der Spitzengruppe behaupten kann. Seit 1995 nimmt auch eine F-Jugendmannschaft am Spielbetrieb teil.

Leider mußte 1992 die Tischtennisgruppe wegen Spielermangels aufgelöst werden. Dafür arbeitet die Damen-Gymnastik-Gruppe mit großem Elan. Der erste öffentliche Auftritt folgt bei der 675-Jahr-Feier des Marktes Grafengehiag im Jahr 1993. Und auch die vereinseigene Theatergruppe hatte im Oktober 1995 mit der Aufführung des von Hubert Proba geschriebenen Stücks „Ende gut - Alles gut“ in der ausverkauften Frankenwaldhalle großen Erfolg.

Nach wie vor wird im Sportverein die Geselligkeit gepflegt. Das zeigt der stets gute Besuch der Weihnachtsfeiern, Familienwandertage, Ausflüge u.v.a.m. Bei der Generalversammlung am 6.1.1996 konnte das 300. Vereinsmitglied begrüßt werden.

Der Sportverein pachtete die Gastwirtschaft der „Frankenwaldhalle“. Alle aktiven und passiven Mitglieder sind seitdem gefordert und es gelingt, einen erstklassigen Gastwirtschaftsbetrieb aufzubauen. Die zahlreichen Festlichkeiten und größeren Veranstaltungen haben dem Verein einen guten Ruf verschafft.

Aufstieg in die Kreisklasse 1990

Seit einigen Jahren ist der Sportverein Grafengehaig vor allem aus sportlicher Sicht in ständiger Aufwärtsentwicklung. Der Sportplatz wurde 1988 saniert und eingezäunt. Mit dem Bau der Flutlichtanlage 1989 wehte ein frischer Wind in den Reihen des SVG. Es konnte auch eine zweite Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet werden. Als Lohn für den Aufschwung konnte 1990 die Meisterschaft in der C-Klasse (jetzt Kreisklasse) errungen werden. Seit dieser Zeit hat der Verein auch einen Fanclub. Bereits im ersten Spieljahr in der Kreisklasse konnte ein erfreulicher dritter Platz in der Abschlußtabelle erkämpft werden.

Mit dem bereits im darauffolgenden Jahr errungenen Aufstieg in die A-Klasse Bayreuth/Kulmbach (jetzt Kreisliga) wird der SV Grafengehaig zum Aushängeschild der Gemeinde. Durch die Schaffung einer Vereinszeitung werden Zuschauer und Mitglieder gut informiert und durch Werbeanzeigen können einheimische Geschäfte und Betriebe die Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Die erste Mannschaft belegt am Ende der Saison 1992/93 den 7. Tabellenplatz und schafft ein Jahr später einen achtbaren 4. Platz in der Kreisliga. Am Schluß der Saison 1994/95 mußte um die erste Mannschaft gezittert werden. Erst durch einen 2 : 0 Sieg gegen den FC Marktleugast wurde in einem Ausscheidungsspiel der Klassenerhalt erkämpft.

 

Aufstieg in die Bezirksliga 1996Gerade richtig zum 50-jährigen Wiedergründungsfest errang die erste Mannschaft in der Saison 1995/96 die Meisterschaft der Kreisliga Bayreuth-Kulmbach. Diese Meisterschaft, verbunden mit dem Aufstieg in die Bezirksliga Oberfranken-Ost, war der bisher größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des Sportvereins Grafengehaig. Jeder Einzelne der Mannschaft - vom Spielertrainer bis zum Auswechselspieler - hat sich großes Lob und Anerkennung verdient.

Die vereinseigene Theatergruppe hatte im Oktober 1995 mit der Aufführung des von Hubert Proba geschriebenen Stücks "Ende gut - alles gut" in der ausverkauften Frankenwaldhalle großen Erfolg. 1997 wurde mit "Der gute Ruf" wieder beste Theaterkunst gezeigt. Bei drei weiteren Vorstellungen in Grafengehaig und im Umland, gab es für die Theatergruppe viel Lob und Anerkennung.

Im Oktober 2000 spielte die Theatergruppe des SVG das Lustspiel "Kohle, Moos und Mäuse" in der ausverkauften Frankenwaldhalle. Viel Lob gab es natürlich auch bei der zweiten Ausführung der Theatergruppe bei der FF Grafengehaig.

Bis zur Saison 2001/2002 spielte die 1. Mannschaft in der Bezirksliga Oberfranken Ost und musste sich erst nach sechsjähriger Zugehörigkeit aus der Bezirksliga wieder verabschieden. Nun ist man wieder Kreisligist.

Mittlerweile nehmen auch 4 Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil. Im Jugendbereich konnten auch schon einige Meisterschaften gefeiert werden. So wurde z. B. in der Saison 2000/01 die B-Jugend und die E-Jugend in ihren Klassen Meister.

Im März 2002 richtete der Sportverein seine eigene Internetseite ein. Hier können immer die neuesten Informationen und Daten vom SVG abgerufen werden.

Wir wollen hoffen, daß durch sportlichen Erfolg und gute Kameradschaft der SV Grafengehaig die Aufmerksamkeit auch im Umland erregt. Junge Fußballspieler müssen zu uns finden, dann nur so kann der SVG als Spitzenmannschaft weiter bestehen.